Irrtum 1: Der Coach muss so viel wie möglich über mein Problem wissen, damit wir gut zusammenarbeiten können.
Ich hatte einmal einen Klienten, der erzählte sehr ausführlich über seinen Werdegang und kam immer wieder auf Situationen in der Vergangenheit zu sprechen, die eine Begründung für sein heutiges Verhalten darstellen sollten. Das Analysieren von Problemen und wie es dazu kam, beobachte ich des Öfteren. Denken wir über den Nutzen nach der Suche des Ursprungs Mal genauer nach:
Nehmen wir an, wir finden sie – die Ursache des Problems. Was passiert dann? Du fokussierst dich darauf, dass du ein Problem hast (nicht aber, dass du eine Lösung finden wirst). Du gelangst möglicherweise zu der Überzeugung, dass etwas nicht mit dir stimmt. Du findest ggf. vermeintlich Schuldige, was Ärger und Frust ihnen gegenüber auslösen könnte. Mal abgesehen von der verstrichenen Zeit und den schlechten Gefühlen, die dir diese Suche beschert.
Die für mich entscheidende Frage ist: Hilft dir das, es heute anders zu machen?
Im Life Coaching ist es daher nicht relevant, warum das Problem besteht. Wichtig ist nur, dass es existiert und dass es anders werden soll. Wir fragen uns also, was “anders” genau bedeutet und für dich Lebensqualität in diesem Zusammenhang ausmacht. Wir malen uns ein Ziel aus, auf das wir hinarbeiten.
Irrtum 2: Der Coach sagt mir, was ich zu tun habe.
“Und du willst mir mit deinen 30 Jahren was über Eheprobleme erzählen, oder was? Du bist doch noch nicht Mal verheiratet!”, mit diesen Worten und einem eher verständnislosen Lachen wurde ich von einer ca. 63-jährigen Frau aus Familienkreisen konfrontiert, als ich über den Beruf Life Coach berichtete.

Ein weiterer Irrglaube ist also, dass der Coach den Konflikt des Klienten selbst durchlebt haben muss, damit er ihm folglich eine Lösung dafür präsentieren kann. Wenn er dir jedoch sagt, was du machen sollst – du das vielleicht sogar erwartest – würdest du die Verantwortung für deine Lebensgestaltung abgeben. Die Lösung des Coachs würde wiederum nicht zwingend deiner Persönlichkeit, deinen Werten, Gefühlen und Zielen entsprechen.
Life Coaching ist ein Gespräch auf Augenhöhe zwischen zwei Erwachsenen. Ein Coach ist dazu angehalten, frei von Bewertung, Urteilen und auch Ratschlägen zu agieren. Er unterstützt Menschen dabei eigene Lösungen zu kreieren, Entscheidungen zu treffen und somit eigenverantwortlich und erwachsen zu handeln.
Irrtum 3: Ich brauche ein Problem, um zu einem Coach gehen zu können.
Es gibt Menschen, die sagen, sie seien gut aufgestellt und bräuchten keinen Coach. Manchmal ist es dann trotzdem so, dass bspw. am Montagmorgen (und am Dienstag, und am Mittwoch… 😉 ) wenig Lust besteht, in den Tag zu starten, weil der Job keine große Freude bereitet. Vielleicht wolltest du mehr Sport machen, aber kriegst es nicht so recht umgesetzt oder die Beziehung ist eingeschlafen und läuft nebenbei so mit.
Im Life Coaching geht es darum, sein Leben so zu gestalten, wie man es sich wünscht und vorstellt. Übrigens wird es auch als Prävention vor Krankheiten wie Burnout und Depression gesehen. Doch leider kümmern wir uns allzu oft erst dann um unsere Themen, wenn es besonders akut oder auch schon zu spät ist.
Vielleicht ist es an der Zeit, die immer Mal wieder anklopfende Unzufriedenheit ernst zu nehmen und sich für sein eigenes, gesundes Leben stark zu machen?
Irrtum 4: Coaching ist die neue Form der Psychotherapie.
Damit deutlich wird, dass Therapie und Coaching unterschiedliche Herangehensweisen verfolgen, habe ich ein paar Stichpunkte zusammengetragen:
Life Coaching
- richtet sich an gesunde Menschen.
- betrachtet den Klienten als Experte seines Lebens.
- ist ein Gespräch auf Augenhöhe.
- beschäftigt sich mit der Thematik, was das Leben lebenswert macht.
- stellt lösungsorientierte Fragen.
- richtet den Blick in die Zukunft.
Psychotherapie
- Therapie bedeutet Heilung. Um etwas heilen zu können, muss vorher etwas krank gewesen sein.
- geht davon aus, dass der Therapeut mehr Expertise über den Patienten hat, als er selbst.
- will klären, was Leid und Schmerz verursacht.
- stellt problemzentrierte Fragen.
- richtet den Blick in die Vergangenheit.
Irrtum 5: Ein Coach ist ein Guru oder Lehrer.
Coach als Berufsbezeichnung ist kein geschützter Begriff, sodass sich grundsätzlich erstmal jeder so nennen kann. Vor allem im Internet finden sich vermehrt kostenpflichtige Online Programme, bei denen sich mehrere Menschen gleichzeitig anmelden können und eine Anleitung für ein ganz spezifisches Problem erhalten à la “Ich, der Coach, zeige dir, wie ich dieses Problem gelöst habe und wenn du es genau so befolgst, wirst auch du es schaffen”.
Dies wird immer wieder als Online Coaching verbucht. Streng genommen sollte hier, meiner Meinung nach, eher von Online Seminar / Online Kurs etc. die Rede sein, da es eine Art Lehrer gibt, der Dinge erklärt. Wie ich vorab schon beschrieben habe, sagt ein Coach dem Coachee jedoch nicht, was er tun und lassen soll, sondern erarbeitet mit ihm gemeinsam auf Augenhöhe eine individuell zugeschnittene Lösung.
Wusstest du, dass Coaching ursprünglich aus dem Sport kommt? Es wurde festgestellt, dass Sportler, die mentale Übungen zum körperlichen Training bekamen, bessere Leistungen erzielten.
Wenn du Lust bekommen hast eigene Erfahrungen mit Life Coaching zu machen und einen Veränderungsprozess in deinem Leben anzustoßen, freue ich mich sehr, wenn ich dich begleiten darf.
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