Geld spielt eine große Rolle in unserem Leben. Es bestimmt uns. Und oft steht es uns bei der Erreichung unserer Träume (gefühlt) im Weg. Denn: Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest du dann tun? Wie würdest du deinen Tag gestalten? Sicherlich ganz anders, als du es eben aktuell tust, oder? Eine der beliebtesten Ausreden, warum wir unser Leben nicht dahingehend verändern, wie wir uns das wünschen, ist die Sorge um oder das Fehlen von Geld (oder dein Ziel ist einfach nicht attraktiv genug).
Deswegen möchte ich deinen Willen stärken deine Finanzen zu regeln und an deinem Traum festzuhalten.
In Kürze:
- Lege 10 % deines Einkommens langfristig an.
- Richte dir mehrere Konten für verschiedene Zwecke ein, so auch ein Konto für deine mittelfristigen Ziele.
- Plane für die Konten eine feste monatliche Summe ein.
Schritt 1: Prüfe, wie viel Geld du im Monat ausgibst und einnimmst.
Du solltest dir einen Überblick darüber verschaffen, was du monatlich für Ausgaben hast. Hier gibt es die fixen Kosten, die jeden Monat wiederkommen, sowie die variablen Kosten, die von deinem Einkaufs- und Konsumverhalten abhängen. Hier wird’s dann interessant.
Was du tun kannst:
- Schau doch Mal in dein Konto und zieh dir die letzten 3 Monate als CSV-Datei. Bei der Ing-Diba findest du diese Option am Ende der Seite nach deinen Umsätzen.
- Hast du diese geöffnet, trenne zuerst die Fixkosten (Miete, Versicherungen, Strom, Handyvertrag, Abos, Fitnessstudio etc.) von den variablen Kosten.
- Füge ggf. Rundfunkbeitrag und jährliche Beiträge zu den Fixkosten hinzu (vergiss nicht diese entsprechend auf einen Monat zu berechnen).
- (Optional) Zusätzlich kannst du die variablen Kosten nochmals in Klamotten, Benzin, Essen gehen/bestellen, Lebensmittel usw. gliedern, sodass du einen genauen Überblick hast.
Ich weiß, dass es etwas mühselig ist. Aber für den ein oder anderen ist es mit Sicherheit eine Überraschung zu sehen, wo das Geld hinfließt. Wie viel Geld man bspw. für Klamotten ausgibt. Das ist wiederum wichtig, wenn es im nächsten Schritt darum geht, die Prioritäten zu ändern.
Schritt 2: Kontrolliere deine Ausgaben.

Jetzt frage dich, wie viel Geld willst du jeden Monat für dich zurücklegen? Was ist dir wichtiger: Schmuck, Kleidung oder was Langfristiges? Willst du weiterhin dein Geld für Wünsche ausgeben, die du eigentlich nicht brauchst? Untersuche nun gründlich deine Lebensgewohnheiten und versuche alles, was dir wirklich wichtig ist, mit 9/10 deines Gehalts zu decken. Den Rest streichst du von der Liste.
Du denkst jetzt, dass dir das Lebensfreiheit raubt? Du selbst erstellst ja diesen Plan. Er ist dafür da, dir langfristig mehr Lebensqualität zu verschaffen und dein Geld sinnvoll einzusetzen. Er zeigt dir deine Wünsche auf, was dir am Herzen liegt und welche unerheblich sind. Und das Beste: Wenn du aktiv Geld zurücklegst, erreichst du deine Ziele schneller.
Schritt 3: Richte dir mehrere Konten für deine finanzielle Unabhängigkeit ein.
Du weißt jetzt, was du willst und kannst dein Geld auf mehrere Konten verteilen. Das ist wichtig, damit du auch zukünftig den Überblick behältst und immer weißt, wo du stehst. Richte dann von deinem Gehaltskonto einen Dauerauftrag ein, sodass direkt am Anfang des Monats alle eingeplanten Summen auf ihre jeweiligen Konten fließen.
Ein Beispiel:
- Gehaltskonto
Das nutzt du weiterhin für alle laufenden Ausgaben (für Miete, Lebensmittel usw.). Du kannst dir hier eine Summe festsetzen, die nie unterschritten wird. Alles, was am Ende des Monats übrig geblieben ist, kann automatisch bis zu dieser Grenze auf deine Sparkonten fließen. So kommst du viel schneller zum gewünschten (Geld-)Ziel und vielleicht motiviert dich das auch, nicht so viel Mist zu kaufen 😉
- Konto / Depot für langfristige Geldanlagen
Du solltest einen Teil deines Einkommens (10 %) langfristig anlegen und für dich arbeiten lassen. Das ist das Konto, weswegen du dir in Schritt 2 überlegen solltest, wie du deine Ausgaben mit 9/10 deines Gehalts deckst. An dieses Geld wirst du die nächsten 10 bis 20 oder vielleicht sogar 30 Jahre nicht rangehen, da du hier vom Zinseszinseffekt nutzen machst. Hierfür gibt es simple Modelle, wie ETF Sparpläne.

- Konto für Freizeitaktivitäten
Wenn du nur noch sparst, wird dich das unzufrieden machen. Deshalb ist es wichtig, dir Geld für Spaß und Genuss einzuplanen, welches du getrost ausgeben kannst. Ich bin bspw. ein totaler Sparfuchs und dieses Konto hilft mir, ohne schlechte Gefühle shoppen, zum Friseur oder zur Massage zu gehen. Für alle verschwenderischen Typen ist dann eine Begrenzung drin.
- Konto für größere mittelfristige Wünsche
Hier sparst du jeden Monat für etwas größere Wünsche, wie eine teure Reise, ein neues Auto, eine teure Ausbildung usw. Auch an dieses Konto gehst du natürlich nicht ran, bis es soweit ist.
- Pufferkonto (optional)
Dieses Konto ist da, um Geld für Notfälle, wie Waschmaschine geht kaputt, Auto muss teuer repariert werden etc. parat zu haben. Überlege dir eine Summe, die für dich okay ist, z. B. 1500 €. Empfohlen werden ca. drei Netto Monatsgehälter. Bevor Geld in deine mittelfristigen Ziele, also Konto 4, fließt, läuft es in dieses Konto. Ist der Betrag von 1500 € erreicht, fließt es automatisch in deine mittelfristigen Ziele weiter. Der Weg ist also immer Gehaltskonto > Pufferkonto > Konto mittelfristige Ziele. Wenn du deinen Puffer benötigst, wird er dadurch automatisch erstmal wieder aufgefüllt, ohne dass du dich darum kümmern musst.
- Weiterbildungskonto (optional)
Bildung ist wichtig und das A und O für erfolgreiche Menschen. Lege dir Geld für Seminare, Coachings, Bücher etc. zurück. Diese Investition kannst du allerdings auch in dein Freizeitkonto einkalkulieren.
- Spendenkonto (optional)
Vergiss nicht: Es gibt immer jemandem, dem es schlechter geht als dir.
Letzte Hinweise
Wenn du dich über Geldanlagen und -investition (für dein Konto 2) beraten lassen möchtest, empfehle ich dir die Verbraucherzentrale oder unabhängige, kostenpflichtige Berater. Es ist immer besser, wenn sich jemand für seine Dienstleistung bezahlen lässt, da derjenige dir dann nichts “andrehen” muss, um seine Brötchen zu verdienen.
Wenn jemand kein Geld verlangt, wird er dir wahrscheinlich Verträge verkaufen (wie bspw. Lebensversicherungen), an denen er indirekt mitverdient und du dadurch langfristig sehr hohe Kosten hast.
Es gibt auch nützliche Apps, bei denen du eine Geldkarte hast und mehrere Konten einrichten kannst. Du legst vor dem Bezahlen fest, von welchem Konto das Geld abgehen soll.
Finanzielle Bildung ist, meiner Meinung nach, eine der wichtigsten Themen um die du dich kümmern solltest. Ich kann mir vorstellen, dass das alles sehr viel klingt. Du hast damit jedoch nur ein einziges Mal Aufwand. Dann ist es geregelt, du kannst dich zurücklehnen, erreichst deine Ziele schneller, hast Durchblick und fühlst dich ggf. gleich etwas leichter. Klingt ziemlich erwachsen, oder? 😉
Life Coaching ist ein guter Anlaufpunkt, wenn du
- Angst hast, dein Konto zu öffnen, dies auch so gut es geht, vermeidest
- nie mit deinem Geld auskommst, weil du nicht anders kannst, als es auszugeben
- total geizig bist und dir kaum etwas gönnst
- die letzten Jahre keine Gehaltserhöhung erhalten hast und dich nicht getraust nachzufragen
- selbstständig bist und so niedrige Preise verlangst, dass du kaum damit auskommst
und du keine Lust mehr darauf hast, weil es dich anstrengt. Wir können schauen, wo deine Blockaden stecken, deine Ressourcen und dein Fähigkeiten-Profil stärken und Wege zur positiven Veränderung ausarbeiten.
Was kostet es dich, dich nicht darum zu kümmern?
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